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Der Think Tank Theologie

Im September 2014 wurde in Berlin der erste institutionsübergreifende ThinkTank für Theologie gegründet. Der ThinkTank Theologie ist ein Verein evangelischer NachwuchsTheologInnen aus Wissenschaft und Praxis, denen die theologisch reflektierte wie konkret praktische Gestaltung der Kirche am Herzen liegt. Neben regionalen Netzwerken und Projekttagen geschieht dies in einmal jährlich Jahrestagungen, die sich damit befassen, wie wir als kommende Generation die anstehenden Herausforderungen für die Kirche kreativ und mutig angehen wollen.

Die nächste Tagung wird 2018 vom 6. bis 8. Juli in Bayern stattfinden.

Weitere Informationen folgen über unseren Newsletter, der auf dieser Seite abonniert werden kann.

Unsere bisherigen Tagungen und Themen

2015

  • 1. Jahrestagung vom 1.-2. 5. 2015 zum Thema „Ir/relevanz in kirchlicher und theologischer Perspektive“ (Akademie Loccum).

2016

  • ThinkTank Publicity Day am 30.1.2016 im Ökumenischen Forum Hafencity (Hamburg).
  • 2. Jahrestagung vom 15.-17.07.2016 zum Thema „My church or not my church?“ (Berlin).
  • Workshop-Tag „Mutig Kirche sein“ am 21.11.2016 in Kooperation mit dem Haus kirchlicher Dienste  der evangelischen lutherischen Landeskirche Hannovers.

2017

  • 3. Jahrestagung vom 11. – 13. 5. 2017 zum Thema „‘Ich bin zu jung…‘ (Jer 1,7) Generationsverhältnisse in der evangelischen Kirche“ (Woltersburger Mühle, Uelzen).

Ausblick 2019

  • Voraussichtlich 5. Jahrestagung vom 14. bis 16. Juni 2019 zum Thema „Ökumene der Zukunft“ (Missionsakademie Hamburg).

Organisatorische Leitung des ThinkTanks

Der ThinkTank Theologie e.V. ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und wird von einem Vorstand und einem erweiterten Vorstand geleitet. Seit Juli 2015 leiten folgende ThinkTank Mitglieder die Vorstandsarbeit unseres Vereins:

Vorsitzende: Geeske Brinkmann                           Stellv. Vorsitzender: Christian Schefe

Kassenwärtin: Sarah-Magdalena Kingreen           Stellv. Kassenwärter: Florian Höhne

Öffentlichkeitsbeauftragter: Stefan Wollnik

Unsere Mitglieder stellen sich vor

  • Kristin Köhler
    Kristin Köhler
  • Jennifer Krumm
    Jennifer Krumm
  • Stefan Wollnik
    Stefan Wollnik
  • Florian Höhne
    Florian Höhne
  • Jan Kingreen
    Jan Kingreen
  • Sarah-Magdalena Kingreen
    Sarah-Magdalena Kingreen
  • Christian Schefe
    Christian Schefe
  • Elisa Victoria Blum
    Elisa Victoria Blum
  • Geeske Brinkmann
    Geeske Brinkmann
  • Kristina Hagen
    Kristina Hagen
Kristin Köhler

Frei denken, herumspinnen, träumen. Mich ansprechen lassen von Gottes Wort und das Versprechen hören, an das ich glaube: Ich habe mich mit euch auf den Weg gemacht. Auf dass ihr leben und hoffen und frei sein könnt.

In meiner Vikariatsgemeinde in Buxtehude habe ich erlebt, wie lebendig Kirche sein kann, wenn sie es sich erlaubt, sich von Gott auf diesen Weg mitnehmen zu lassen. Wenn dem Träumen von einer modernen, aufgeschlossenen und freundlichen Gemeinde keinen Grenzen gesetzt werden. Wenn Visionen gedacht und ausgesprochen werden können und am Ende Wirklichkeit werden. Wenn ChristIn-Sein Frei-Sein heißt.

Von und aus dieser Freiheit lebt der ThinkTank Theologie. Seit unserer Gründung 2014 gehöre ich dazu – weil mir der ThinkTank die Möglichkeit gibt, mit anderen zusammen herumzuspinnen. In was für einer Kirche wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie sieht diese Kirche aus? Wie wollen wir arbeiten? Und wo verorten wir uns als junge TheologInnen in dieser Kirche?

Im Sommer 2017 beginne ich meinen Probedienst in der Petrusgemeinde in Barsinghausen. Und ich bin gespannt, wie ich diese Fragen dann denken und vielleicht sogar beantworten kann.

Jennifer Krumm

Welche Botschaft haben christliche Kirchen für die Menschen unserer Zeit? Wie schaffen sie es, dass ihnen jemand zuhört? Und was kann eine sich immer stärker in Spezialdisziplinen ausdifferenzierende universitäre Theologie dazu beitragen? Solche Fragen sind bekanntlich ständige Begleiter für jede und jeden, der die Kirche am Herzen liegt.

Die Möglichkeit, darüber mit TheologInnen der jüngeren Generation diskutieren zu können, die in und zwischen verschiedenen Kontexten wie Gemeinde, Schule, Universität, Journalismus usw. arbeiten, schätze ich besonders am ThinkTank. Er bietet eine Plattform, um aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven zu reflektieren, aber auch, um selbst ganz verschiedene Projekte auf die Beine zu stellen. Wer etwas bewegen möchte, braucht ein solches Netzwerk.

Ich selbst habe Philosophie, Geschichte und ev. Theologie studiert und arbeite seit dem Examen an meiner Dissertation über Anfänge und Ausbreitung des frühen Christentums in der kleinasiatischen Landschaft Galatien. Seit Oktober 2016 bin ich Assistentin am Lehrstuhl für Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel.

Stefan Wollnik

Ich habe ev. Theologie in Göttingen und Berlin studiert. Mit Abschluss des Ersten Theologischen Examen in der Hannoverschen Landeskirche, befinde ich mich seit Oktober 2015 im Vikariat in der St. Antonius Gemeinde in Bispingen.

Der ThinkTank Theologie gibt mir die Gelegenheit mich vielfältig zu vernetzen und gemeinsam mit anderen über die Zukunft der Kirche nachzudenken. Für mich ist dies somit eine Perspektivenerweiterung neben pfarrberuflichen Alltag und theoretischem Austausch im Predigerseminar Loccum.

Die Zukunft der Kirche entsteht für mich dort, wo regionale Gemeindenetzwerke entstehen und der Einzelne sein Christsein nicht am Ortausgangsschild abgibt, sondern wir gerade wegen unserer Pluralität im Glauben mutig einander tragen, auch ertragen und voneinander lernen können.

Eine mutige Kirche hat in meiner Perspektive Zukunft, wo sie sich einlässt auf die Fragen, Sorgen und Erfahrungen der Menschen.


Als Öffentlichkeitsbeauftragter ist es mir ein Anliegen den ThinkTank über die Grenzen des „inner circle“ relevant zu machen und ihn und seine Botschaft(en) in unsere Gesellschaft hinein zu kommunizieren.

 

Florian Höhne

„Was bedeutet christlicher Glaube fürs Zusammenleben in Kirche und Gesellschaft? Welchen Unterschied machen christliche Grundorientierungen? Es sind (neben anderen) diese Fragen, die mich seit dem Konfirmandenunterricht beschäftigen. Sie haben mich – zusammen mit meiner Leidenschaften für das Hören und Aufschreiben von Geschichten – auf dem Glaubens-, Denkens- und Lebensweg begleitet. Von diesen Fragen herkommend ist mir die Vernetzung von kirchlicher und akademischer Praxis wichtig. Deshalb bin ich Mitglied beim ThinkTank.

Mein bisheriger Weg führte durch folgende Stationen:

– Geboren und ausgewachsen in Berlin

– Studium der evangelischen Theologie in Neuendettelsau, Erlangen und an der Duke University (Durham, North Carolina, USA) und christlichen Publizistik in Erlangen (studienbegleitende Zusatzausbildung)

– Volontariat bei Journalistenschule Ruhr, eingesetzt in Redaktionen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung

– Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Praktischen Theologie in Erlangen und der Systemtischen Theologie in Bamberg

– Doktorarbeit zum Thema: „Personalisierung in den Medien als Herausforderung für eine evangelische Öffentliche Theologie der Kirche“

– Vikariat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Fürth-Hardhöhe, Ordination

– Seit März/April 2016: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Systematische Theologie und Ethik der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität und ehrenamtlicher Dienstauftrag als Pfarrer in der Kirchengemeinde Fürth-Hardhöhe.“

Jan Kingreen

Wie drückt sich christliche Religion in Deutschland aus? Welche Strukturen braucht es dafür? Wie und wo können zukunftsweisende Ideen und Haltungen eingebracht werden?

Um mögliche Antworten auf diese Frage im vernetzten Diskurs mit anderen jungen Theologinnen und Theologen zu finden, denke ich im ThinkTank Theologie.

Wenig kirchlich-sozialisiert aufgewachsen, studierte ich evangelische Theologie in Göttingen und Berlin. Mit dem ersten Theologischen Examen (Landeskirche Hannovers) begann ich die Arbeit an meinem derzeit laufenden Dissertationsprojekt „Gedenken und aktuelle Relevanz der Reformation. Eine Untersuchung zu G. W. .F. Hegels Reformations- und Lutherdeutung.“. Meine fachlichen Interessensschwerpunkte liegen in der Religionsphilosophie und in der großen Aufgabe, die individuelle und kollektive Relevanz des christlichen Glaubens plausibel zu begründen. Daneben übe ich mich darin, Kommunikationsstrukturen und die Systeme, in denen sie ablaufen, zu verstehen und beratend zu verbessern.

Sarah-Magdalena Kingreen

Nach meinem Theologiestudium habe ich mein Promotionsprojekt im Bereich des Antiken Christentums begonnen, an dem ich zur Zeit arbeite. Unter dem Arbeitstitel „Tertullians Schrift Adversus Valentinianos. Kommentierung und rhetorische Analyse der argumentativen Widersetzung Tertullians gegen die Valentinianer“ erarbeite ich eine Schrift des Nordafrikaners Tertullian aus dem Anfang des 3.Jh., in der er – herausgefordert durch die gnostische Gruppe der Valentinianer – nach den Grenzen des Christseins und der entstehenden Kirche fragt und zugleich eine festigende Selbstvergewisserung der eigenen christlichen Position verfasst, indem er deren  Plausibilität und Relevanz aufzeigt.

Diese von außen herangetragene Frage nach der Relevanz scheint mir heute nach 2000 Jahren Geschichte der Kirche drängender den je zu sein, wenn sie auch kontextgebunden anders gestellt wird. Um eine Antwort darauf zu finden, möchte ich mit anderen TheologInnen gemeinsam im ThinkTank Theologie e.V. diskutieren und denken.

Christian Schefe

Beim ThinkThank Theologie bin ich seit der Gründung im September 2014 in Berlin dabei. Da ich in meinem Berufsalltag als Pastor seit meiner Ordination 2010 ganz praktisch immer mehr mit Strukturfragen zu tun habe (Fusionen, Regionalisierung, Stellenplanung im Kirchenkreis), schätze ich am ThinkTank Theologie besonders, dass er ein Diskussionsforum bietet, in dem ich meine Vision von Kirche immer wieder neu durchdenken und schärfen kann. Die unterschiedlichen Perspektiven aus Studium, Wissenschaft, Vikariat und Pfarramt und mehreren Landeskirchen macht für mich dabei den Austausch besonders reizvoll und produktiv.

Lebenslauf in Kürze

Seit Oktober 2014      Pastor an der Ev.-luth. Christuskirche Bremerhaven-Geestemünde

2010 – 2014               Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde Lehmke-Wieren

2009                           Sondervikar in der Deutschen Seemannsmission Hannover e.V.

2006 – 2008               Vikar in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenstadt / Groß Liedern

1999 – 2006               Studium der Ev. Theologie in Bethel (Bielefeld) und Heidelberg

1998 – 1999               Zivildienst im Matthias-Claudius-Heim Rotenburg/Wümme

1998                           Abitur am Ratsgymnasium Rotenburg/Wümme

Elisa Victoria Blum

Wo ist heute noch Raum im Alltag von Studium, Vikariat, Pfarramt oder Universität fürs „Denken dürfen“ – vielleicht auch ohne direktes Ergebnis, frei von gefordertem Output? Als bayerische Pfarrerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der MLU schätze ich am ThinkTank Theologie, daß sich unsere Generation über Landeskirchen, Lebensphasen und unsere aktuellen Berufe hinaus vernetzt und untereinander in Austausch über Erwartungen und Erfahrungen tritt, aktuelle an die Theologie und die Kirchen gestellte Themen diskutiert und vertieft sowie mit der „Außenwelt“ in Kontakt tritt, den Blick über den Tellerrand wagt und sich einer größeren Öffentlichkeit stellt.

Geeske Brinkmann

Geeske Brinkmann ist ev. Theologin und beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit menschlichen Affekten in Briefen des Neuen Testaments. Ihr Anliegen im ThinkTank ist das Kommunizieren über vermeintliche Grenzen hinweg, sei es in der Wissenschaft oder der Religion. 

Seit Mai 2015 ist sie Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und interpretiert in ihrer Forschung Briefe des Apostels Paulus mit Blick auf die Frage, wie dort von „Leidenschaften“ (παθήματα) gesprochen wird und wie diese „emotionale Seite“ des Menschen beurteilt wird.

In ihren Lehrveranstaltungen vermittelt sie Theologiestudierenden die Kompetenzen zur eigenen, kritischen Interpretation von biblischen Texten. Ihre Forschung möchte Geeske mit Fragen der Gegenwart verknüpfen, und arbeitet dazu aktuell im ThinkTank an einem Projekt über Kirchenbilder im Kontext der heutigen Selfie-Kultur mit. Die hier zutage tretende Ambivalenz, dass die Bilder, die wir von uns nach außen zeigen, immer auch vom Wunsch geprägt sind, auf eine bestimmte Weise gesehen und beurteilt zu werden, kannten und diskutierten schon antike Autoren – und sind damit interessante Gesprächspartner für gegenwärtige Fragen nicht zuletzt danach, wer wir im Spiegel unserer Selbstbilder sind.

Kirche ist für sie ein Ort, an dem Menschen eine Heimat jenseits von ständigem Beäugt- und Beurteiltwerden finden – und an dem sie ihren Glauben als Kraftquelle erfahren können, der hilft, mutig in drängenden Fragen der Gegenwart mitzureden und unsere Gesellschaft mitzugestalten. Neben Promotion und ThinkTank Projekten ist Geeske begeisterte Läuferin, sie liebt lange Touren mit dem Rennrad und das Kayakfahren mit ihrem Mann im Süden Berlins, zwischen Wannsee und Havel.

Kristina Hagen

Seit Beginn meines Studiums der ev. Theologie in Tübingen, Göttingen, Lund und Berlin ist die Frage nach dem „wie“ der Kirche der Zukunft für mich eine Zentrale.
Sie führte mich in mein Vikariat in der Martinusgemeinde, Deutsch Evern, in dem ich derzeit versuche ihr in ihren praktischen Dimensionen auf den Grund zu gehen.
Der Think Tank bietet mir derzeit parallel die Möglichkeit dieses praktische Erkundung theoretisch mit anderen JungTheolgInnen zu reflektieren.

Im ThinkTank interessiert mich welche gegenwärtigen Herausforderungen im Blick auf die Kirche von uns diagnostiziert werden, welche Bilder die gegenwärtigen Wahrnehmungen von Kirche prägen und welche Visionen von Kirche wir daraus ableiten. Dies mündet in meine zentralen Fragestellung wie wir daraus resultierend gemeinsam relevant Kirche der Zukunft gestalten können.

Weitere Mitglieder

Sebastian Kühl — Simon Danner— Alexander Dietz — Imke Fröhlich — Leen Fritz — Verena Tigges
Christoph Schröder— Lena Burghardt — Steffen Götze — Christian Pfordt — Daniel Kalz — Sarah Banhardt — Martin Alex

Präambel des ThinkTanks

Wir sind ein Verein junger evangelischer NachwuchstheologInnen. Unser gemeinsamer Grund ist der christliche Glaube und die Verwurzelung in den vielfältigen christlichen Gemeinden. Wir schätzen freies, kreatives und offenes Denken, das wir in unserem ThinkTank durch eine offene Kommunikationskultur und eine tolerante Einstellung gegenüber der Vielfalt gelebten Glaubens pflegen.

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Medienberichte

Eine Auswahl der medialen Berichterstattung über den ThinkTank Theologie in Kirche und Welt.

  • Bischöfliches Halleluja
    Bischöfliches Halleluja
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Bischöfliches Halleluja
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Das „bischöfliche Halleluja“ ist seit dem ersten Bericht von Landesbischof Ralf Meister vor der hannoverschen Landessynode fester Bestandteil aller Bischofsberichte geworden. Das zweite bischöfliche Halleluja galt dem Manifest eines mutigen Glaubens.

Das „bischöfliche Halleluja“ ist seit dem ersten Bericht von Landesbischof Ralf Meister vor der hannoverschen Landessynode fester Bestandteil aller Bischofsberichte geworden. Meister wies in diesem Zusammenhang auf den Allegorischen Garten in Steinwedel hin, den die Kirchengemeinde St. Petri am Standtrand Hannovers in diesem Frühjahr in seinem Beisein eröffnete. Die Idee des allegorischen Gartens geht auf die lutherische Predigtpraxis der Reformation zurück, die in Pflanzenpredigten Glaubensinhalte vermittelten.

Das zweite bischöfliche Halleluja galt dem Manifest eines mutigen Glaubens: „Wir möchten die Welt gestalten und in ihr unseren Glauben vermitteln – mit allen unseren verrückten Ideen, unseren Befürchtungen und unter allen bestehenden Herausforderungen. Dazu braucht es Mut! Mut, sich gegen verhärtete Strukturen durchzusetzen, Mut, sich nicht entmutigen zu lassen, Mut, sich nicht in eine Sonderwelt abzuschotten und vor allem Mut, die zu sein, die wir sind in Welt und Kirche, als Welt und Kirche.

Diesen Mut schenkt uns unser Glaube. Er gibt uns die Energie unsere Ideen umzusetzen. Er hilft uns in Welt und Gesellschaft … mutig Mensch zu sein, mutig zu glauben und … die christliche Heilsbotschaft vom Leben nach dem Tod und der unbedingten Annahme vor Gott zu kommunizieren.“

Mit diesem Manifest hatten sich im Februar des Jahres die drei Theologiestudentinnen Sarah-Magdalena Kingreen, Kristina Hagen und Geeske Brinkmann zu Wort gemeldet.

Ralf Meister schloss seinen Bericht vor der Synode in Hannover mit einer Würdigung dieses Manifestes, das ihm bei einer Tagung der Theologiestudierenden der hannoverschen Landeskirche vorgetragen wurde. „Mich hat diese Begegnung mit den Studierenden beglückt.“ Selbstbewusste und zielorientierte junge Menschen seien ihm begegnet. „Sollten wir uns da noch Sorgen machen um die Zukunft des Glaubens in unserer Welt?“

Quelle: Synodenberichterstattung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers

  • Generalkonvent 2016
    Generalkonvent 2016
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Generalkonvent 2016
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Generalkonvent des Sprengels Osnabrück thematisiert Zusammenarbeit von Alt und Jung

 Pastoren heute – Generation und Tradition in der Balance

„Pippi Langstrumpf“, antwortet die junge Vikarin Kristina Hagen auf die Frage, wer denn Heldin ihrer Kindheit und Vorbild sei auf dem Weg ins theologische Amt. Sie wünsche sich Pippi Langstrumpfs Phantasie, mit der diese aus engen Strukturen das Beste gemacht und sich mit Geschick und Witz bestehenden Traditionen widersetzt hätte.

Tradition und Struktur sind denn auch häufig die Themen, an denen sich die unterschiedlichen Generationen reiben, gerade auch in kirchlichen Arbeitsfeldern. Entsprechend lautete das Motto des diesjährigen Generalkonvents des Sprengels Osnabrück „Generation und Tradition.“ Rund 140 Pastorinnen und Pastoren fanden sich dazu am Donnerstag in der Bremer Martin-Luther-Gemeinde ein.

Auf dem Podium waren denn auch alle Generationen vertreten, vom Landessuperintendent im Ruhestand Dieter Zinßer über den Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche Pastor Renke Brahms und der hannoverschen Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann über Pastor Oliver Friedrich, Dozent am religionspädagogischen Institut Loccum bis hin zur Gemeindepastorin und stellvertretenden Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart, Pastor Simon de Vries und Vikarin Kristina Hagen. Die Moderation übernahm die Landesuperintendentin des Sprengels Osnabrück, Dr. Birgit Klostermeier.

Sie alle stehen für eine Kirche im Wandel, haben zu Veränderungen beigetragen oder erleben sie gerade jetzt. Ihre Erfahrungen stellten sie dem Publikum vor. So erinnerte sich Dieter Zinßer, dass er sich während seiner Studienzeit als Mitglied im AStA dafür eingesetzt und demonstriert hat, dass Frauen studieren dürfen. „Wir klärten die Bauern darüber auf, dass auch Mädchen Stipendien kriegen würden“, erinnert er sich.

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Renke Brahms hatte in seiner Studienzeit keine Idole, denen er nacheiferte: „Bei mir hingen weder Karl Barth noch Che Guevara an der Wand“, ein Kreuz und eine Ikone leiteten ihn durch sein Studium.

Mit ersten Reformen wurde Hanna Kreisel-Liebermann in ihrem Amt Mitte der achtziger Jahre konfrontiert. „Als ich nach dem Mutterschutz wieder auf meine Stelle wollte, fand das Ehepaargesetz Anwendung, da ging das nicht mehr. Es wurde verlangt, dass mein Mann und ich uns eine Stelle teilen.“ Daraufhin wäre sie beinahe aus dem Amt ausgeschieden, „denn es war uns unvorstellbar, gemeinsam in einer Gemeinde zu arbeiten.“ Durch eine andere Beauftragung blieb sie der Kirche erhalten.

Oliver Friedrich war Schulpastor an einer Berufsschule, bevor er in Loccum die gemeindepädagogische Ausbildung übernahm. „Das war eine wichtige Erfahrung für mich“, erinnert er sich, „Dort habe ich den Blick ins „echte“ Leben kennen gelernt, hier in Loccum lernen wir eher wie auf einer Insel in Gemeinschaft mit Menschen, die das gleiche Ziel haben.“

Für die Ausbildung der Vikarinnen und Vikare ist Andrea Burgk-Lempart verantwortlich. Auf die Frage, welche wichtigste Fähigkeit Pastorinnen und Pastoren haben sollten, konstatiert sie, es müssten zwei sein: Die Liebe zu den Menschen und zum Wort Gottes und die Fähigkeit, beides in den Alltag zu transportieren.

Simon de Vries, seit sechseinhalb Jahren im Pfarramt, steht für die neue Generation. Er widmet sich zum einen seiner Gemeinde in Nordhorn und betreibt zum anderen einen Blog, sozusagen seine zweite Gemeinde, die Kirche im Netz.

Die jüngste im Podiumsgespräch ist mit 27 Jahren Vikarin Kristina Hagen, sie gehört zu den Mitbegründerinnen des Think Tanks Theologie, dem „Verein Junger evangelischer NachwuchstheologInnen“ und vertritt die Generation Y.

Für die Jungen wie für die Alten gelte, dass Traditionen auch verlassen werden müssten, fasst Birgit Klostermeier zusammen. „Warten wir auf eine Pippi Langstrumpf, die uns rettet?“ und spielte damit darauf an, dass an die junge Generation hohe Erwartungen gestellt würden. Kristina Hagen gibt Einblick in ihre ersten Erfahrungen: „Wir sind eine Generation, die gern gestalten möchte, aber lässt man uns?“

Dieter Zinßer erinnert sich an die Veränderungsprozesse in der Kirche nach dem „Dritten Reich“. „Wir wussten, dass sich die Kirche nach diesem Desaster verändern musste, um anzukommen in der Welt, die verkündet worden war.“ Autoritär und gewalttätig, so sei die Tradition seines Vorgängers gewesen. Der Beginn seiner Amtszeit, so Zinßer, sei die Zeit des Aufbruchs gewesen.

Renke Brahms bekundete freimütig, er stamme aus der Zeit der Theologenschwemme – ohne Sicherheit auf ein Amt. „Mir war gar nicht klar, ob ich jemals die Gelegenheit bekäme zu verändern.“ Er appelliert an seine jungen Kolleginnen und Kollegen: „Wir brauchen Euch, in der alten Generation drohen wir zu erstarren.“

Hanna Kreisel-Liebermann berichtete von ihrem Aufenthalt an der Leipziger Universität. Im Gegensatz zu früher gebe es im Studiengang keine Front mehr zwischen Politik und Theologie sondern zwischen evangelikal und liberal.  Die zukünftigen Theologinnen und Theologen hätten einen weiteren Blick, freut sie sich, viele hätten Auslandserfahrungen und damit auch die Chance, neues auszuprobieren.

Vom ersten Amtsfrust erzählt indes  Simon de Vries. „Als ich vor sechs Jahren anfing in der Gemeinde, hatte ich einen Plan und dachte, ich wüsste, wie es geht. Nicht alles konnte ich umsetzen. Da bin ich demütiger geworden.“ Auch Kristina Hagen sorgt sich, dass die im Studium gewonnene Motivation schwinden könnte. Gespräche mit älteren Kollegen seien manchmal demotivierend, sie hätten mitunter resigniert. „Es gibt da eine Kultur des Lamentierens“. In Runden mit Pastorinnen und Pastoren gebe es mitunter einen Wettstreit, wer am meisten zu tun hätte und am ehesten unter der Bürde des Amtes zusammenzubrechen drohe.

„Wir kommen aus einer problemorientierten Kirchentradition, politisch geprägt von Themen wie Frieden und Umwelt. Die neue Generation sucht nach pastoraler Identität und Tradition“, beschreibt Andrea Burgk-Lempart und berichtet, während einer Reise nach Breslau hätten sich einige der Studierenden plötzlich Kollare gekauft – weiße Stehkragen, die in der Regel von Klerikern getragen werden. Auch Kristina Hagen berichtet von ganz unterschiedlichen Strömungen. „Einige Studierende beten dreimal täglich, andere leben die Villa Kunterbunt.“ Kirche sei in anderen Formaten möglich, müsse anders gedacht werden.

Was aber, fragte Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier, bedeute es für die Gemeinschaft der Ordinierten, wenn sie frommer, bunter, vielfältiger und offener würde? Was müsse sie anders machen? Als Stichworte fielen unter anderem, miteinander und nicht gegeneinander arbeiten, Gemeinschaft leben, Schweres teilen, sich wie der Sämann darauf verlassen, dass die Saat, das Wort Gottes, aufgeht, die Balance halten zwischen gnadenloser Selbstüberschätzung und resigniertem Rückzug, die Vielfalt zulassen und wertschätzen, wechselseitig voneinander profitieren, sich zuhören, dem Geist der Befreiung und Erfahrung vertrauen. Dieter Zinßer regte an, das Verbindende und nicht das Trennende zu kultivieren.

Wie lassen sich diese Erkenntnisse mit der Alltagswirklichkeit der Pastorinnen und Pastoren aus dem Generalkonvent verbinden? Die Beispiele aus der Praxis des Publikums, szenisch umgesetzt vom Bremer Playback-Theater unter der Leitung von Katharina Witte, waren ebenso vielfältig wie die des pastoralen Generationengesprächs.

Es gab Sternstunden aus der Vikariatszeit, wo unter dem Motto „Gott und Pop“ Jugendgottesdienste gefeiert wurden in einer Gemeinde, wo man meinte, „hier geht eigentlich nichts.“ Ein Pastor konnte berichten, dass sein diakonischer Erfahrungsschatz, den er als Junior in die Gemeinde einbringen wollte, im Diakonieausschuss nichts zählte. Er stieß auf Widerstände, „was einer gelernt hat, das zählt hier gar nichts“, musste er sich anhören. Pastorinnen hießen zu Beginn der Frauenordination noch Vikarin. Auch als sich das geändert hatte, berichtet eine Pastorin, hieß es in ihrer Gemeinde noch „Herr Pastor und Frau Sowieso“. Und es fielen Sätze wie „ich habe da eine Kollegin, für „einige“ ist das auch ganz wichtig“.

Und wie ist es, wenn jemand mit vielen Pflänzchen in eine Gemeinde kommt, in der schon viele Pflanzen wachsen? Wer entscheidet, was Bestand hat und was vielleicht ersetzt werden kann, wenn nicht alles zu leisten ist?  Kann auf traditionelle Gottesdienste verzichtet werden, wenn andere Gottesdienstformate viel besser bei der Gemeinde ankommen? Was macht eine junge Pastorin, die bereits erfolgreiche Konfirmandenarbeit geleistet hat, wenn es in der neuen Gemeinde gar nicht klappt? Wie gut, wenn die erfahrenen Kollegen unterstützend eingreifen.

Ein junger Pastor berichtete von seinen Studienerfahrungen in Oslo. „Als Ausländer durfte ich in der norwegischen Gemeinde Vertretung machen, da hatte ich meine erste Beerdigung. Beim Vikariat in Deutschland wurde ich ausgebremst. Im System der Hannoverschen Landeskirche sind wir noch sehr lange „die Kleinen“, das ändert sich erst nach fünf bis sechs Jahren.“

Das Playback-Theater setzte die Beispiele gekonnt in kleinen Szenen um, die eine befreiende Wirkung hatten. „Wie schön, dass ich jetzt Tränen darüber lachen durfte, damals war es sehr schwer“, bedankte sich eine Pastorin für die Umsetzung ihres Themas.

Quelle: http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-ueber-uns/sprengel-kirchenkreise/sprengel-osnabrueck/bilder_und_berichte-subhome/2016-10-21

  • Mutig und ohne Tabus
    Mutig und ohne Tabus
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Mutig und ohne Tabus
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Uelzen. Die Kirche der Zukunft hat goldene Türme und Mauern und steht vor einem Hintergrund aus Regenbogenfarben. So jedenfalls gestalteten Theologiestudenten gestern in der Woltersburger Mühle ein Graffito – mit Farben aus Spraydosen auf einem Leinentuch.

07.03.2014. Es war der Abschluss der viertägigen Frühjahrstagung der Landeskirche Hannover, die den Titel „Pimp my church“ trug. Dabei sammelten 21 Theologiestudenten Ideen, wie die Kirche der Zukunft aussehen könnte. „Die Atmosphäre war ermutigend, es konnte über viele Ängste und Sorgen geredet werden“, sagt Kristina Hagen, die die Tagung mit Geeske Brinkmann und Sarah-Magdalena Kingreen organisiert hatte. Welche Perspektiven die Kirche hat, dazu machten die drei Studentinnen aus Berlin konkrete Vorschläge. Sie präsentierten ein „Manifest mutiger Vermittlung“, in dem Kirche als Ort der Kommunikationsstiftung bezeichnet wird. „Wir möchten die Welt gestalten und in ihr unseren Glauben vermitteln – mit all unseren verrückten Ideen, unseren Befürchtungen und unter allen bestehenden Herausforderungen. Dazu braucht es Mut“, heißt es in dem Manifest. So dürfe es in der Kirche keine Tabuthemen geben. Es müsse offen diskutiert werden – etwa über Sexualität, Prostitution oder den US-Geheimdienst NSA.

Eine weitere Idee für die Kirche der Zukunft ist ein „Think-Tank“ – eine Plattform für den Austausch junger Menschen aus theologischer Praxis und Wissenschaft. Wie wird Kirche in der Gesellschaft wahrgenommen? Diese Frage könnte dabei erörtert werden. Die Vorschläge stießen bei den Teilnehmern auf ein unterschiedliches Echo. Eine Gruppe plädierte dafür, die Kirchenstrukturen stark zu verändern, eine andere sprach sich dafür aus, bestehende Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. „Genau das macht protestantische Kirche aus – sie ist sehr vielfältig“, begrüßt Kristina Hagen das breite Meinungsspektrum.

Einer der Höhepunkte der Tagung war das Gespräch mit Landesbischof Ralf Meister. Auch eine Podiumsdiskussion mit Pastoren, einem Diakon und der Superintendentin des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Hanna Löhmannsröben, stieß auf großes Interesse. Und wie kam die Tagung bei den Studenten an? „Ich fand sie total aufregend und interessant. Ich kehre mit vielen neuen Impulsen und der Lust zurück, das in die Landeskirche weiterzutragen“, erklärt Eva Kingreen, Studentin aus Göttingen. Dem pflichtet ihre Kommilitonin Josefine Feisthauer bei. „Wir dürfen keine Angst haben, Strukturen in der Kirche zu verändern. Es wird einen gewaltigen Wandel geben. Wir sollten ihn als Chance begreifen, etwas Neues zu entwickeln“, meint sie.

Quelle: Bernd Schossadowski, AZ

  • Mutig Kirche Sein
    Mutig Kirche Sein
    HKD
Mutig Kirche Sein
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    Im Gespräch mit der nächsten Generation

    Austausch zwischen den Generationen: Angehende Pastorinnen und Diakone diskutierten mit Referenten und Referentinnen des Hauses kirchlicher Dienste auf einem Studientag unter dem Motto: „Mutig Kirche sein – im Gespräch mit der nächsten Generation“.

    Unter dem Thema „,Mutig Kirche sein‘ – im Gespräch mit der nächsten Generation“ fand im Haus kirchlicher Dienste (HkD)  am 21. November ein Studientag statt, zu dem die nächste Generation von Pastorinnen und Diakonen eingeladen war. Ziel des Tages war der Austausch zwischen dem „Nachwuchs“ und den Referentinnen im HkD zur Zukunft der Kirche.

    18 Diakone in den ersten Arbeitsjahren und Studentinnen der Religionspädagogik waren der Einladung gefolgt, ebenso wie 18 Theologiestudenten und neun Vikarinnen beziehungsweise Pastoren in den ersten Amtsjahren. Auf den Tag eingestimmt wurden Gäste und Referentinnen in einer Andacht mit Worten des Sängers Clueso „Veränderung braucht einen klaren Kopf“.

     

    Kirche ist mutig, wenn sie lebensbejahend, zärtlich und offen ist.

    Der Studientag wurde mit vorbereitet vom „Think Tank Theologie e. V. In dem Verein mit Sitz in Berlin haben sich junge evangelische Nachwuchstheologen und -theologinnen zusammengeschlossen, um sich auszutauschen und einen Freiraum zum Denken zu schaffen.

    Fünf Theologinnen vom „Think Tank Theologie e. V.“ hatten den Tag mit vorbereitet. In dem Verein mit Sitz in Berlin haben sich junge evangelische Nachwuchstheologen und -theologinnen zusammengeschlossen, um sich auszutauschen und einen Freiraum zum Denken zu schaffen. „Bei uns ist es möglich, alle noch so verrückten Ideen auszusprechen. Jeder darf frei drauflosdenken. Dann wollen wir aber auch weiterdenken, denn es soll auch etwas dabei herauskommen“, beschreibt Sebastian Kühl, Vikar in Hollenstedt, die Arbeitsweise der jungen Theologen.

    In Statements stellten Kristina Hagen, Stefan Wollnik, Geeske Brinkmann, Kristin Köhler und Sebastian Kühl vom Thinktank vor, was es für sie bedeutet, mutig Kirche zu sein. „Kirche ist mutig, wenn sie lebensbejahend, zärtlich und offen ist. Mutig ist, Tradition zu zeigen und zu bewahren und so als Kirche erkennbar zu bleiben, aber auch Visionen zu haben und Risiken einzugehen“, so Sebastian Kühl, Vikar in Hollenstedt und Kristin Köhler, Vikarin in Buxtehude.

    Die Doktorandin Geeske Brinkmann aus Berlin plädierte für eine „gesunde Wissenschaftspraxis“. Viele Forschende würden in völliger Hingabe an ihren Projekten arbeiten und darüber den eigenen Körper vergessen. „Mutig ist es, die Forschung nicht nur an den Maximen des Outputs auszurichten, sondern auch nach der Motivation für die theologische Reflexion zu fragen,“ so die Theologin.

    Kristina Hagen, Vikarin in Deutsch-Evern, wünschte sich eine „kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Strukturen.“ Sie wollen Kirche von innen heraus verändern: „Mutige Kirche geht nach draußen und spricht in einer Sprache, die alle verstehen“, betonte die Theologin. „Kirche muss auch Position beziehen.“ Die Botschaft der Kirche könne heute noch Mut machen. Am Anfang stünde mit Jesus schließlich ein Mut-Idol.

    Für Stefan Wollnik, Vikar in Bispingen, sollte sich „Kirche um den Menschen und die Erde sorgen und in gesellschaftlichen Diskursen stärker eine klare Kante und Profil zeigen. In einer mutigen Kirche gibt es auch Raum für eine vielfältige Frömmigkeitspraxis und das Gespräch mit Andersglaubenden.“ Eine mutige Kirche habe Zukunft dort, wo sie sich einlasse auf die Fragen, Sorgen und Erfahrungen der Menschen.

    Zusammenfassend betonte Kristina Hagen, dass zum Mut auch das Erkennen der eigenen Schwächen gehört: „Uns macht mutig, dass wir verletzlich sind.“

     

    Austausch zwischen den Generationen

    Nach den Impulsen zu Beginn trafen sich Alt und Jung an Stehtischen und zogen Fragekärtchen mit persönlichen und Kirchen-Fragen, Diskussions- und Meinungsfragen. Schnell einig auf einer Skala von 1 bis 10 war sich eine Runde, dass kirchliche Berufe attraktiver werden würden, wenn es eine bessere Ausstattung, etwa Dienstwagen oder Laptop, gäbe. „Es fehlen da Grundstandards“, meinte HkD-Referent Achim Kunze. Bei der Frage nach einer größeren Streitkultur in der Kirche und einer fröhlicheren Anerkennungskultur meinte Anne Basedau, Kirchenkreisjugendwartin aus Peine: Sachlicher Streit gerate schnell in „persönliche Verletztheiten“ im Kirchenkreis. Vikarin Susanne Schulz aus Uelzen sagte: Wo es Anerkennung gebe, sei sie auch dankbar für Kritik und Feedback.

    „Wo gibt es bereits heute Orte von mutiger Kirche?“ Basedau und Diakon-Kollege Felix Pilz aus Buxtehude meinten übereinstimmend: „Bei mir auf der Arbeit“. Die Kirche könne man nur von innen verändern, stellte Basedau fest und frühzeitiges Zusammenspiel von Kirchenmusikern, Pastorinnen und Diakonen sei wichtig  – und die Runde freute sich, dass der Studientag dazu ein Beitrag sei.

     

    Podiumsdiskussion

    Podiumsdiskussion zum Abschluss des Tages mit „Gästen, die ihre Kirche lieben, aber krtisch hinterfragen.“

    Zum Abschluss kamen Gäste, „die ihre Kirche lieben,  aber kritisch hinterfragen“, zu einer Podiumsdiskussion zusammen. Die Moderation übernahm Pastor Mathis Burfien, im Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verantwortlich für die Förderung und Gewinnung des theologischen Nachwuchses. Zum Abschluss des Tages freute sich Ralf Tyra, Direktor des HkD, darüber, dass viele neue Kontakte geknüpft worden seien.

    Quelle: http://www.kirchliche-dienste.de/Aktuelles/aktuelles_2016/november_2016/2016_11_24_studientag

    • Traumjob im Wandel
      Traumjob im Wandel
      epd
    Traumjob im Wandel
    epd

    Der Pfarrberuf ist im Wandel. Die Zahl der Pastorinnen und Pastoren sinkt. Wer heute Theologie studiert, hat gute Aussichten auf einen Job – und später womöglich viel zu tun. Theologiestudierende diskutieren ihre Zukunft in einer Kirche mit immer weniger Personal.

    10.03.2014. Ihre Berufsaussichten sind rosig, die Herausforderungen groß. In der hannoverschen Landeskirche beginnen pro Jahr etwa 35 angehende Pastorinnen und Pastoren nach dem Theologiestudium ihr Vikariat und damit den praktischen Teil ihrer Ausbildung. Gleichzeitig gehen rund 60 ältere Kollegen in den Ruhestand. Für die größte evangelische Landeskirche in Deutschland werden Nachwuchskräfte zu einem wichtigen Kapital. Das bewegt auch die Theologiestudentinnen und -studenten. Mehr als 20 von ihnen haben darüber in Uelzen mit Kirchenvertretern diskutiert.

    „Es ist wichtig, dass wir Studis gefragt werden, weil wir ja direkt betroffen sind“, sagt Kristina Hagen. Die 25-Jährige gehört wie ihre Berliner Kommilitoninnen Geeske Brinkmann und Sarah Kingreen zu den Organisatoren der Tagung „Pimp my church“. In einem „Manifest“ benennen die drei Frauen Vorstellungen, wie die Kirche gepimpt, also aufgemöbelt, werden kann: „Wir wünschen uns eine Kirche, die Debatten nicht scheut, sondern in der nachgedacht, diskutiert und gelacht wird“, schreiben sie: „Redet über Sexualität, Prostitution, Pädophilie und NSA – seid bei den Fragen der Menschen!“

    Derzeit sind rund 260 Studentinnen und Studenten aus der Landeskirche an Universitäten eingeschrieben. Die Landeskirche rechnet damit, dass sich die Zahl ihrer rund 1.800 Pastorinnen und Pastoren bis 2030 halbieren wird. Über das Berufsbild müsse deshalb neu nachgedacht werden, sagt Landesbischof Ralf Meister. Auf dem Land sei die kirchliche Verwurzelung noch hoch. „Wenn alle anderen die Dörfer schon verlassen haben, Sparkasse, Edeka und die Gastronomie, so ist die Kirche immer noch vor Ort.“ In Städten dagegen sei die Kirche oft schon in einer Minderheitensituation und müsse neu und mit Mut zum Experiment auf die Menschen zugehen.
    Zwischen Idealen von einem Beruf mit großen Gestaltungsmöglichkeiten und einem skeptischen Blick auf mögliche Zwänge sehen die jungen Frauen und Männer ihrer Zukunft entgegen. „Wir wünschen uns dafür ein gutes Arbeitsklima, in dem wir gesund arbeiten und leben können, was wir glauben“, schreiben Hagen, Kingreen und Brinkmann in ihrem Manifest und fügen an: „Akzeptiert Crazyness!“ Zugleich wissen sie, dass ein Leben im Pfarrhaus auch ein Leben im Blick der Öffentlichkeit sein kann.

    Als Pastorentochter habe sie sich zunächst nicht vorstellen können, ebenfalls diesen Beruf zu ergreifen, sagt Sarah Kingreen. „Ich habe erst Musik studiert. Ich brauchte eine andere Perspektive.“ Auch Kristina Hagen wuchs im Pfarrhaus auf. „Das hat Vorteile“, sagt sie. Doch eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, Job und Familie sei oft schwer. „Gläsernes Pfarrhaus“, „Privatleben?“ und „Vorbildfunktion?“ haben auch andere Studenten in großen Lettern als ihr Thema bei der Tagung notiert.
    „Ich lebe in keiner Partnerschaft“, sagt Kristina Hagen, die in der Großstadt Berlin kurz vor dem Studienabschluss steht. „Die Vorstellung, auf dem platten Land mit fünf Predigtstellen zu sitzen, bereitet mir Bauchschmerzen.“ Zugleich wisse sie von anderen, dass eine Dorfgemeinde für sie genau das Richtige sei. In der ländlich geprägten hannoverschen Kirche sei eine erste Stelle auf dem Land die Regel, macht Oberlandeskirchenrätin Nicola Wendebourg den Studierenden deutlich. „90 Prozent von Ihnen werden zum Vikariat aufs Land kommen.“

    Auf das „Paradies der Selbstbestimmung“ im Studium folgten dann Erwartungen, die einen festen Stand erforderten, sagt die Leiterin der Personalabteilung im Landeskirchenamt. Sie macht zugleich Mut zu einem Beruf, der im Alltag immer wieder große Fragen bewegt: „Menschen kommen zu uns, wenn sie ein Kind bekommen, die ganz große Liebe gefunden haben oder in Trauer sind. Und sie trauen uns zu, etwas dazu zu sagen.“

    Sie sei überzeugt: „Besser kann man es nicht treffen“, sagt Wendebourg. Mit der Möglichkeit, sich in Studiensemestern oder Studienurlauben weiterzubilden oder Zeit für die Familie zu haben, versuche die Landeskirche, die Attraktivität des Berufes weiter zu steigern. Die Studenten jedenfalls wollen nach dem Examen mit Schwung starten. „Es wurde uns vermittelt, dass wir Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten haben“, sagt Kristina Hagen. Und Sarah Kingreen ergänzt: „Das müssen wir austesten.“

    Quelle: Karen Miether, epd

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